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Pressemitteilungen

Bild: Gerd Grossmann

05.11.2019

Holger-Cassens-Preis 2019
Preisträger ist das Projekt "Yalla – Rein in die Stadt!"

Öffentliche Preisverleihung am 14. November 2019 im Haus der Patriotischen Gesellschaft

Hamburg, 5. November 2019. Preisträger des Holger-Cassens-Preises 2019 ist das Projekt "Yalla – Rein in die Stadt!". Preisstifter Holger Cassens überreicht den mit 10.000 Euro dotierten Preis am Donnerstag, 14. November 2019, um 18:00 Uhr, im Haus der Patriotischen Gesellschaft, an das Projekt der GWA St. Pauli e.V. Dr. Melanie Leonhard, Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration spricht das Grußwort. Mehr als 35 Projekte hatten sich diesmal um den Holger-Cassens-Preis beworben. Der Holger-Cassens-Preis wird zum elften Mal von der Mara und Holger Cassens-Stiftung und der Patriotischen Gesellschaft von 1765 vergeben.

Die Jury begründet die Vergabe des Preises so: "Die Jury war bei dem Projekt ‚Yalla – Rein in die Stadt!‘ insbesondere davon beeindruckt, dass die Möglichkeit einer eigenen Aneignung der Stadt durch Geflüchtete absolut im Vordergrund des Handelns steht, dass unter Verzicht auf Pater-nalismus und Bevormundung den Interessen und der Betätigung junger Menschen Vorrang einge-räumt wird. Nur so, davon ist die Jury überzeugt, kann die Gruppe, kann das Selbstbewusstsein entwickelt und gestärkt werden."

Das Projekt "Yalla" wurde Ende 2016 entwickelt und arbeitet und wirkt über die Gren-zen des Stadtteils St. Pauli hinaus. Es gibt drei Schwerpunkte bzw. Betätigungsfelder: Zum einen werden von Geflüchteten für Geflüchtete kleine Filme produziert, die zeigen, wo ihnen kostengünstige oder bestenfalls kostenfreie Angebote im Stadtgebiet zur Verfügung stehen. Diese Filme werden in den gängigen sozialen Medien verbreitet. Gleichzeitig sind die Filme ein Medium, mit dem sich die Gruppe der Produzierenden selbst vergewissert, sich die Stadt aneignet und sich selbst als produktive Subjekte erlebt. Zum anderen entwickelt das Projektteam neue kreative Ideen und offene Formate, um neue Zielgruppen zu erschließen. Das Risiko des Scheiterns bzw. dass es hinterher ganz anders kommt, als man sich das gedacht hat, nimmt das Projekt bewusst in Kauf. Das dritte Handlungsfeld bezieht sich insbesondere auf die Einbindung jüngerer Menschen, die sich in das Projekt einbringen, aber auch Unterstützung abrufen können.

Der Holger-Cassens-Preis steht unter dem Thema "Bildung als gemeinsame Aufgabe" und wurde erstmals 2009 verliehen. Gefördert werden Bildungs- und Erziehungsprojekte in Hamburg, die Entwicklungs- und Teilhabechancen von jungen Menschen fördern. Preiswürdig sind Projekte, die diese jungen Menschen erreichen, Ressourcen im Stadtteil nutzen und verschiedene Akteure und Einrichtungen, die einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Inklusion leisten, vernetzen. Bisherige Preisträger sind u.a. die Bildungs- und Beratungskarawane Dulsberg (2011), der Circus ABRAX KADABRAX (2014), LeseHerbst Billstedt-Horn (2015), gemeinsam Kirchdorf-Süd (2016), der TV Fischbek von 1921 e.V. (2017) und die Wilhelmsburger Lesewoche "Die Insel liest" (2018).

28.10.2019

Pilotprojekt übertrifft Erwartungen

Fußgängerzone im Rathausquartier 1. August bis 31. Oktober 2019

Hamburg, 28. Oktober 2019. Das Pilotprojekt "Stadtraum für Menschen" der Initiative "Altstadt für Alle!" hat die Erwartungen erheblich übertroffen. Image und Qualität des Quartiers haben sich deutlich verbessert, die Umsätze von Gastronomen und der Mehrzahl der Einzelhändler sind gestiegen. Über 90 Prozent wünschen sich eine Fortsetzung im Jahr 2020.
Seit dem 1. August 2019 sind die Kleine Johannisstraße und die Schauenburger Straße Schauplatz eines bislang einzigartigen Experiments: Entwickelt, beantragt und gemanagt von der Initiative "Altstadt für Alle!" gibt es hier eine Fußgängerzone. Ziel ist es, zu erproben, ob und wie sich die Innenstadt durch eine andere Nutzung des öffentlichen Raums beleben lässt. Jetzt steht fest "Wir haben mit großem Erfolg gezeigt, wie sich die Innenstadt beleben und neu gestalten lässt. Unsere zivilgesellschaftliche Handschrift, der umfassende Dialog mit allen Akteuren, aber auch viel Spontaneität und Kreativität haben zu diesem Erfolg entscheidend beigetragen", betont Johannes Jörn vom Vorstand der Patriotischen Gesellschaft von 1765.

Neue Erkenntnisse für die Innenstadtentwicklung
Der Verlauf des Pilotprojektes Fußgängerzone (s.u.) und die Erfahrungen aus anderen Innenstadtprojekten belegen, dass sich mit neuen Formen der Projektdurchführung schnell, einvernehmlich und kostengünstig Stadterneuerung realisieren lässt.

Temporäre Projekte. Stadtraumgestaltung auszuprobieren, bevor man sie in Beton gießt, ist in Hamburg bislang nicht üblich. Beim mehrfachen Umbau des Mühlenkamps, der Osterstraße, der Fahrradstraße an der Alster sowie von Kreuzungen im Rahmen des Busbeschleunigungsprogramms wurde hier Lehrgeld bezahlt. Mit temporären Projekten, wie jetzt im Rathausquartier und in Ottensen, lässt sich die Stadtzukunft dagegen preiswert erproben. Neue Erkenntnisse lassen sich schon während der Projektphase gleich umsetzen. Projekte auf Zeit lösen zudem weniger Ängste bei Betroffenen aus und eröffnen Mitmach-Optionen. Hamburg, so eine Forderung der Workshopveranstaltung "Alle machen Stadt!" am 25. Oktober 2019 sollte unbedingt Fonds bzw. Finanzierungen für derartige Projekte einrichten.

Schrittweise Entwicklung. Stadtgestaltung in Schritten ist ebenfalls kostengünstig und lässt sich gut in temporäre Projekte integrieren. Eine zweite Fußgängerzone auf Zeit im Rathausquartier könnte, z.B. mit einem anderen zeitlichen und räumlichen Zuschnitt, auf den Erfahrungen des diesjährigen Projektes aufbauen und einer späteren endgültigen baulichen Realisierung vorgeschaltet werden.

Zivilgesellschaftliche Initiative statt bloßer Bürgerbeteiligung. "Die Planung vom Kopf endlich auf die Füße stellen", nannte eine Workshopteilnehmerin am 25. Oktober es: Alle vier Projekte von "Altstadt für Alle!" im Sommer 2019 sind zivilgesellschaftliche Initiativen, an deren Umsetzung später die Politik beteiligt wurde. Derartige Initiativen eröffnen neue Gestaltungsräume für Politik und Verwaltung, aber auch für Investoren und andere Akteure.

Innenstadtbelebung im Sommer 2019
Neben dem Pilotprojekt "Stadtraum für Menschen" war und ist "Altstadt für Alle!" mit drei weiteren Projekten im Herzen Hamburgs aktiv:
- Den Beginn machte das Stadtlabor Altstadt neu denken im Rahmen des Hamburger Architektursommers 2019. Kunstinstallationen und Stadtexpeditionen vom Hopfenmarkt aus zu Kraftorten und Potenzialräumen auf Hamburgs Gründungsinseln Grimm, Cremon, Neustadtinsel und Altstadtinsel eröffneten Perspektiven für die Weiterentwicklung der Innenstadt http://www.altstadtneudenken.de).
- Das Programm Auf die Plätze! der Hauptkirche St. Petri http://www.sankt-petri.de hat den oft so toten "Speersort" südlich der Kirche mit innovativen Sitzgelegenheiten, etwas Grün, viel Tanzen, Kino, Kochen, Singen, Spiritualität und Gesprächen von August bis September in einen lebendigen Begegnungsort verwandelt.
- Das Projekt Gröninger Hof: Im Oktober 2017 stellte "Altstadt für Alle!" auf der Ideenwerkstatt "Mut zu Stadt!" den Umbau des Parkhauses Katharinenkirche in ein soziales Wohnprojekt mit aktiver Erdgeschosszone für das Katharinenquartier erstmals vor. Inzwischen steht fest: Das Projekt wird realisiert. Am 31. Oktober 2019 endet die Ausschreibungsfrist für ein am Gemeinwohl orientiertes Pilotprojekt der Stadt Hamburg. Die in Zusammenarbeit mit "Altstadt für Alle!" gegründete Genossenschaft "Gröninger Hof" bewirbt sich für die Realisierung https://groeninger-hof.de

Das Pilotprojekt "Stadtraum Für Menschen" im Überblick
VORGESCHICHTE: Im Mai 2018 entsteht auf der Ideenwerkstatt "Stadtumbau jetzt!" spontan die Idee, mit einer autofreien Zone auf Zeit den Umbau des öffentlichen Raums praktisch zu erproben. In Workshops, Gesprächen und fachlicher Planungsarbeit wird die Fußgängerzone entwickelt. Im März 2019 beschließt die Bezirksversammlung Mitte, das Projekt finanziell zu unterstützen und zu genehmigen. Die Voraussetzung: Es muss erfolgreich mit Akteuren im Quartier, der Handelskammer sowie Polizei und Verkehrsbehörden abgestimmt werden. Damit beginnt eine Parforce-Jagd mit öffentlichen Veranstaltungen, Gesprächen vor allem aber einem komplexen Abstimmungsprocedere. Die 21. Planvariante wird schließlich wenige Tage vor dem 1. August genehmigt.

REALISIERUNG: Die extrem kurze Vorbereitung erfordert einen improvisierten Start. Nach der offiziellen Eröffnung der Fußgängerzone am 8. August 2019 mit einem Festakt entwickelt sich der Stadtraum Tag für Tag weiter: Eine Sitzgruppe vor dem Friseur, eine Tischtennisplatte vor dem Herrenausstatter, kleine mobile Gärten von GRAU TRIFFT GRÜN, mobile Holzbänke und Sitzquadrate des Kollektivs LU’UM und gastronomische Angebote auf ehemaligen Parkplätzen laden ein zum Verweilen. Kunstinstallationen, Kulturelle Angebote und Aktionen beleben das Straßenkreuz – mit dem Liveact der schwedischen Indieband Bland vor der Theaterkasse Schumacher über Haustürkonzerte, Tango und Yoga bis zu Informationsveranstaltungen.

AUSWERTUNG: Die folgenden Ergebnisse basieren auf einer Online-Umfrage mit 804 Teilnehmer*nnen, überwiegend aus dem Quartier, sowie Workshops und Einzelgesprächen zwischen dem 21. und 25. Oktober 2019. Ergänzt wird dies durch Verkehrszählungen in der Zeit von 8 bis 11 Uhr zwischen dem 6. August und dem 7. Oktober 2019.

UMSATZENTWICKLUNG: Die Gastronomiebetriebe verzeichnen eine bessere bis deutlich bessere Umsatzentwicklung. Differenzierter der Trend beim Einzelhandel. Durchgängig gab es mehr Laufkundschaft. Etwa die Hälfte der Betriebe verzeichneten höhere, je ein Viertel unveränderte bzw. niedrigere Umsätze. Die Ursachen für unveränderte bzw. rückläufige Umsätze, so ein Teil der Betriebe, sei aber nicht unbedingt auf die temporäre Fußgängerzone zurückzuführen. Es könne auch am im Vergleich zum Vorjahr schlechteren Wetter bzw. dem allgemeinen Rückgang des stationären Einzelhandels liegen.

VERKEHR: Trotz der starken zeitlichen Einschränkung der Anlieferungszeiten (23-11h) hat sich nach Aussagen der Logistiker sowie der Belieferten im Quartier der Lieferverkehr insgesamt eher verbessert. Bei guter Abstimmung zwischen den Betrieben und Logistikern konnte der Aufwand sogar verringert werden. Wesentlich dazu beigetragen haben feste und flexible Logistikzonen. Zuvor waren potenzielle Logistikflächen in der Regel immer zugeparkt. Problematisch war morgens vor 11 Uhr der private Kfz-Verkehr: Offene Zugänge wurden zur Durchfahrt und zum widerrechtlichen Parken genutzt. Mit einem personalintensiven Eingangsmanagement zwischen 8 und 11 Uhr gelang es jedoch, die Fußgängerzone weitgehend intakt zu halten. Auf Abschleppen wurde bewusst verzichtet.
Die Verkehrszählungen in der Zeit von 8 bis 11 Uhr sehen den Fußverkehr weit vorn: 300 je Stunde, 70% auf der Kleinen Johannisstraße, 30 % auf der Schauenburger Straße. Fahrräder, 30 je Stunde, bevorzugten die Schauenburger Straße (60%). 11 Lieferfahrzeuge pro Stunde waren gut abzuwickeln – lediglich übergroße Fahrzeuge hatten Probleme, allerdings weniger als vor dem 1. August. Bei offenem Zugang fuhren pro Stunde ca. 20 Privat-Pkw in das Quartier.
FINANZIERUNG: Das Projekt hat insgesamt rund 180.000 € gekostet. Je ein Drittel trugen die Bezirksversammlung Mitte, Spender sowie ehrenamtliches Engagement. Hauptausgaben waren die Miete von Verkehrszeichen und Sperren, der personelle Aufwand für die "Schleusenlösung“ täglich zwischen 8 und 11 Uhr, die Möblierung und Gestaltung des öffentlichen Raums, das Kulturprogramm sowie Kosten für Konzeption und Auswertung.

Wünsche an die Fortsetzung des Projektes Fußgängerzone
Grundsätzlich fordern 93 % eine Fortsetzung des Projektes im kommenden Jahr. Auch Grundeigentümer, Gastronomen, Händler und Berufstätige im Quartier wollen eine Fortsetzung. Die meisten präferieren einen Zeitraum von April/Mai bis September/Oktober. Andere können sich eine ganzjährige Fußgängerzone auch vorstellen, vorausgesetzt, es gäbe dann eine eigene und andere Gestaltung für das Herbst/Winter-Halbjahr. 49% der Befragten plädieren für eine schrittweise Entwicklung des Fußgängerzone, 44% dagegen für einen einmaligen Umbau mit hohem Standard. Vor allem die Grundeigentümer stören sich an der diesjährigen improvisierten Möblierung und Gestaltung. Nicht wenige Händler und Gastronomen sehen dies anders: Eine zu perfekte Gestaltung könnte Gentrifizierungseffekte zur Folge haben. Mieterhöhungen würden dann in der Folge den derzeitigen Charme des Quartiers gefährden.

Die Initiative wurde 2016 von der Bürgerinitiative "Hamburg entfesseln!", der Evangelischen Akademie der Nordkirche und der Patriotischen Gesellschaft von 1765 gegründet. Sie setzt sich ein für eine lebendige, lebenswerte und sozial vielfältige Stadt, die den Menschen mit seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellt. www.altstadtfueralle.de

Unterstützung für ihre Projekte im Jahr 2019 erhielt Altstadt für Alle! von
Bezirksversammlung Hamburg-Mitte
Mara- & Holger Cassens-Stiftung
Körber-Stiftung
BürgerStiftung Hamburg
Fonds Nachaltigkeitskultur
ALfred Töpfer-Stiftung
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

Temporäre Installation von Arne Lösekann, Foto: üNN

11.09.2019

Temporäre Installation von Arne Lösekann im September 2019 in der temporären Fußgängerzone im Rathausquartier

[besetzen] – leerstellen als lehrstellen –
eine leuchtende Perlenkette der Geschichten

Hamburg, 11. September 2019. Bis Dienstag, 24. September 2019, ist die temporäre Installation „[besetzen] – leerstellen als lehrstellen“ von Arne Lösekann mit Texten von Anne Simone Krüger zu Gast in der Fußgängerzone auf Zeit im Rathausquartier und kann rund um die Uhr besichtigt werden. Die temporäre Installation an zehn Orten ist Teil des „Stadtraum für Menschen – Fußgängerfreundliches Rathausquartier“ der Initiative „Altstadt für Alle!“ und möchte dazu beitragen, das Viertel und seine Bewohner und Besucher zu aktivieren.
Von der Kleinen Johannisstraße und der Schauenburgerstraße im Rathausquartier bis hin zur Kirche St. Katharinen stehen insgesamt zehn Installationen aus geweißten Objekten jeweils in Sichtweite zueinander und mit Bezug zum Standort. Die Installationen sind aus ehemaligen Kirchstühlen von St. Katharinen und Fundstücken angefertigt. Jede Installation bietet bereits in sich das Potential diverser Erzählungen und wird durch den Stadtraum mit weiteren Geschichten aufgeladen. Auf die Spur kommen kann man diesen Geschichten mithilfe von QR-Codes, die an jeder Station angebracht sind und mit dem Smartphone eingescannt werden. Sie leiten zu Texten der Kunsthistorikerin Anne Simone Krüger weiter, die auf der gemeinsamen Recherche mit dem Hamburger Künstler in Archiven und auf Gesprächen mit Anwohnern und Zeitzeugen basieren. Historische Fotos, Skizzen und Entwürfe bebildern die Geschichten, die Vergessenes, Kurioses und Wissenswertes rund um die hanseatische Historie erzählen und Gebäude und Straßen zwischen Rathaus und St. Katharinen mit Geschichten füllen.

Führungen mit Arne Lösekann und Anne Simone Krüger:
Samstag, 14.09., 21:00 Uhr, Startpunkt: Katharinenkirchhof
Sonntag, 22.09. um 15:00 Uhr, Startpunkt: Kofferskulptur an der Ecke Rathausstraße/Kleine Johannisstraße

„Drei Flüsse, vier Inseln, zwei Burgen – Altstadtführung“ mit Rolf Kellner:
Donnerstag, 12.09., 18:00 Uhr, Startpunkt: Kreuzung Kleine Johannisstra-ße/Schauenburgerstraße
Donnerstag, 19.09., 18:00 Uhr, Startpunkt: Kreuzung Kleine Johannisstra-ße/Schauenburgerstraße

Künstler: Arne lösekann http://www.arneloesekann.de
Text und Recherche: Anne Simone Krüger http://annesimonekrueger.de

Luftbild Wettbewerbsgebiet, Foto: LGV, Bearbeitung: konsalt

05.09.2019

7. Bülau-Wettbewerb 2019/20

Stadträumliche Perspektiven für Rödingsmarkt, Herrlichkeit und
Alsterfleet in Hamburg

Hamburg, 05. September 2019. Die Patriotische Gesellschaft von 1765 lobt 2019/20 zum siebten Mal den Bülau-Wettbewerb aus, um junge Talente im Bereich von Planung und Architektur zu fördern und gleichzeitig Impulse für eine öffentliche Diskussion über besondere Orte und Aufgabenstellungen der Stadtentwicklung Hamburgs zu geben. Auf Empfehlung von Hamburgs Oberbaudirektor Franz-Josef Höing widmet sich der 7. Bülau-Wettbewerb dem westlichen Rand der Hamburger Altstadt zwischen Alsterfleet, Herrlichkeit und Rödingsmarkt. Die Gesamtpreissumme beträgt 9.500 Euro. Mit den Ergebnissen des Wett-bewerbs möchte die Patriotische Gesellschaft den Diskurs über innovative Gestaltungs- und Nutzungsperspektiven für öffentliche Räume, städtische Infrastruktur und Architektur anstoßen. Die Wettbewerbsbetreuung übernimmt die konsalt GmbH.

Der Wettbewerb wendet sich an Studierende im Masterstudium an deutschsprachigen Hochschulen der Fachrichtung Stadtplanung, Architektur, Landschaftsplanung, Verkehrsplanung und verwandte Fachgebiete. Darüber hinaus richtet er sich auch an junge Absolventinnen und Absolventen. Der Ideenwettbewerb bietet den Studierenden einen Rahmen, in dem sie unkonventionelle, intelligente und fantasievolle Lösungsvorschläge erarbeiten und präsentieren können, die über die vorgefundenen Gegebenheiten hinausblicken und zur weiteren Diskussion um die Entwicklung der Hamburger Innenstadt anregen. Die Diskussionen um die Hamburger Altstadt als Wohnstandort, die jüngsten Umgestaltungen am Alten Wall und entlang des Baumwalls an der Elbe sowie die Bemühungen um eine Wiedergewinnung des öffentlichen Raumes für Aufenthalt und Fußgängerverkehr lassen das Gebiet zwischen Hochbahntrasse und Alsterfleet als ein spannendes Entwurfsgebiet erkennen. Nicht zuletzt bietet das Parkhaus Herrlichkeit Raum für die Auseinandersetzung und Ideenentwicklung im Spannungsfeld zwischen Wohnungsbau, Denkmalschutz, Mobilitätsanforderungen, Zielen der Innenstadtentwicklung und Nachhaltigkeit.
Der Wettbewerb ist nach dem Hamburger Architekten des Hauses der Patriotischen Gesell-schaft an der Trostbrücke, Theodor Bülau (1800–1861), benannt. Er behandelt stadt- und landschaftsplanerische sowie architektonische Themen in Hamburg, die gesamtstädtisch von Bedeutung sind und die aus Sicht der Patriotischen Gesellschaft Aufmerksamkeit und eine intensive öffentliche Diskussion verdienen. So hat die Patriotische Gesellschaft bereits Bülau-Wettbewerbe u.a. zur „Gestaltung des Stintfangs und des Alten Elbparks“, den internationalen Wettbewerb „Harbour Polis“ sowie zuletzt den Bülau-Wettbewerb „Neugestaltung und Arrondierung der Hafenkante im Umfeld des Alten Elbtunnels in Hamburg“ (2015/16) ausgelobt und durchgeführt. Unterstützt und gefördert wird der Wettbewerb von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, dem Bezirksamt Hamburg-Mitte, dem Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e.V. – Landesverband Hamburg, Timm Ohrt & Hille von Seggern, der Sutor-Stiftung und VELUX Deutschland GmbH.

Die Auslobung wird Mitte September veröffentlicht. Alle Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter https://konsalt.de/buelau-7/ .

Dr. Willfried Maier, 1. Vorsitzender der Patriotischen Gesellschaft (links) und Dr. Meik Woyke, Vorstandsvorsitzender der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung (rechts) vor der Gedenktafel für Helmut Schmidt, Foto: Patriotische Gesellschaft von 1765

03.09.2019

Die Patriotische Gesellschaft erinnert mit einer Gedenktafel an Helmut Schmidt

Hamburg, 03. September 2019. Er war ein Hamburger par excellence. Mehr als 96 Jahre blieb er seiner Heimatstadt treu. Als Senator der damaligen Polizeibehörde erwarb er sich bei der Sturmflut 1962 den Ruf des entscheidungsfreudigen Krisenmanagers. Als Bundeskanzler wurde er zu einem der bedeutendsten deutschen Staatsmänner des 20. Jahrhunderts. Mehr als 30 Jahre arbeitete er als Mitherausgeber der ZEIT. Jetzt erinnert die Patriotische Gesellschaft von 1765 mit einer Gedenktafel an der Fassade des Pressehauses an Helmut Schmidt.
Am Montag, dem 9. September 2019, um 13 Uhr, wird die Tafel der Patriotischen Gesellschaft für Helmut Schmidt am Pressehaus, Ecke Speersort/Kattrepel, feierlich von der Patriotischen Gesellschaft und der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung enthüllt. Die Veranstaltung ist öffentlich. Dr. Willfried Maier (1. Vorsitzender der Patriotischen Gesellschaft) und Geert Becker (Projektgruppe Gedenktafeln der Patriotischen Gesellschaft) sprechen einleitende Worte. Anschließend kommen Dr. Meik Woyke (Vorstandsvorsitzender der Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung) und Dr. Rainer Esser (Geschäftsführer der ZEIT) zu Wort.
Die Patriotische Gesellschaft von 1765 hat es sich zur Aufgabe gemacht, an verdiente Hamburger Personen und Mitbürger zu erinnern. Seit 1986 wurden zu diesem Zweck bereits mehr als 45 Gedenktafeln für so unterschiedliche Personen wie Ida Ehre, Salomon Heine, Carl Hagenbeck oder Rudolf Augstein und viele andere an verschiedenen Plätzen in Hamburg angebracht.
Die 2017 gegründete Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung hat ihren Sitz im Helmut-Schmidt-Forum (Eingang Kattrepel 10) und trägt die Themen, die Schmidt zeitlebens beschäftigt haben, in die Zukunft. Als Politikergedenkstiftung erinnert sie derzeit mit einer Sonderausstellung in 100 Fotos an „100 Jahre Helmut Schmidt“. Am 10. November 2020, dem 5. Todestag des Namensgebers, wird im Helmut-Schmidt-Forum die neue Dauerausstellung eröffnet.

Bezirksamtsleiter Falko Droßmann eröffnet die Fußgängerzone auf Zeit im Rathausquartier. Foto: Patriotische Gesellschaft von 1765

08.08.2019

„Supertoll, bitte mehr davon!“

Innovative Fußgängerzone im Rathausquartier

Ein kreativer Festakt eröffnet das Pilotprojekt Stadtraum für Menschen der Initiative Altstadt für Alle! im Herzen der Altstadt. Bis 31. Oktober 2019 sind die Kleine Johannisstraße, die Schauenburger Straße und die Parkplätze am Dornbusch eine innovative Fußgängerzone. "Klappt das hier", so verspricht Bezirksamtsleiter Falko Droßmann, "kann man das immer weiter fortführen."

"Diesen Stadtraum können wir alle jetzt in Beschlag nehmen", betont Johannes Jörn vom Vorstand der Patriotischen Gesellschaft in seiner Begrüßung. Und tatsächlich: Seit 1. August entdecken immer mehr Hamburgerinnen und Hamburger das traditionsreiche Quartier direkt beim Rathausmarkt. Tag für Tag entwickelt sich der Stadtraum neu: Eine Sitzgruppe vor dem Friseur, eine Tischtennisplatte vor dem Herrenausstatter, kleine mobile Gärten von GRAU TRIFFT GRÜN, mobile Holzbänke und Sitzquadrate des Kollektivs LU’UM und gastronomische Angebote auf ehemaligen Parkplätzen laden ein zum Verweilen und Entdecken. Ein besonderes Highlight setzt die renommierte Ballonkünstlerin Sina Greinert mit ihren bunten Hutkreationen aus Kautschukballons, die schon bald viele Köpfe schmücken. "Heute haben die Bürger den Hut auf", betont Rolf Kellner, Kurator des Kulturprogramms des Projekts.

Erfolgreicher Start eines ungewöhnlichen Projektes
Vor 15 Monaten entstand auf einem Workshop von Altstadt für Alle! die Idee, Stadtraum temporär autofrei zu gestalten. "Für mich als Stadtplaner, der meist in Zeiträumen von zehn oder mehr Jahren denkt, ist es einfach toll, in so kurzer Zeit ein Projekt zu realisieren, mit dem wir etwas ausprobieren können", sagt Mario Bloem, Initiator und Verkehrsplaner des Projektes: "Heute bin ich einfach glücklich!"
Einzigartig an der Fußgängerzone im Rathausquartiert ist ihr Betrieb: Für drei Monate organisiert und managt Altstadt für Alle! als zivilgesellschaftliche Organisation einen innerstädtischen Raum: Mit gemieteten Straßenschildern, dem täglichen Ab- und Aufbau der Sperren, Anwohnerinformation, einem Kulturprogramm und Straßenraumgestaltung. Der intensive Dialog mit allen Akteuren vor Ort, Gastronomen, Einzelhändlern, Grundeigentümern, aber auch Logistikern und Verbänden hat sich ausgezahlt. Von Beginn an gab es eine breite Unterstützung und Zustimmung – vor allem aber auch intelligente Lösungen im Detail: So sorgen etwa feste Logistikzonen für eine verbesserte Belieferung zwischen 23 und 11 Uhr. Bewährt hat sich auch die Umstellungsphase vom 1. bis 7. August, in der sich alle Akteure an die neuen Regeln gewöhnen konnten.

Wie geht es weiter?
Die Fußgängerzone auf Zeit lädt ein zum Mitmachen und Mitgestalten. Das gilt für die Straßenraumgestaltung und auch für Angebote, Aktionen und Veranstaltungen. Interessierte können sich per Mail unter info@patriotische-gesellschaft.de melden. Über aktuelle Veranstaltungen informieren wir auf unserer Website www.altstadtfueralle.de.

Rückfragen an
Florian Marten, Projektkommunikation „Altstadt für Alle!“
Mobil 0170 3428718
presse@altstadtfueralle.de

Initiative Altstadt für Alle!
Die Initiative wurde 2016 von der Bürgerinitiative „Hamburg entfesseln!“, der Evangelischen Akademie der Nordkirche und der Patriotischen Gesellschaft gegründet. Sie setzt sich ein für eine lebendige, lebenswerte und sozial vielfältige Stadt, die den Menschen mit seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellt.

Weitere Informationen unter www.altstadtfueralle.de

22.07.2019

Fußgängerzone auf Zeit im Rathausquartier

Pilotprojekt zur Innenstadtbelebung

Die Zukunft der Hamburger Innenstadt beginnt im Herzen der Altstadt: Von August bis Oktober 2019 sind die Kleine Johannisstraße, der größte Teil der Schauenburger Straße und die Parkplätze am Dornbusch erstmals Fußgängerzone. Damit entstehen Freiräume für Entdeckungen und Erlebnisse, für Kultur, Stadtleben und nachhaltige Mobilität. Mit ihrem Projekt Stadtraum für Menschen setzt die Initiative Altstadt für Alle! einen neuen Impuls für die Innenstadtentwicklung.
„Wir freuen uns, dass Hamburg jetzt für drei Monate einen Freiraum bietet, um die Altstadt zu beleben“, so Johannes Jörn, Vorstandsmitglied der Patriotischen Gesellschaft. „Wir sind stolz, als erste zivilgesellschaftliche Initiative ein derartiges Vorhaben in Hamburg umzusetzen. Nicht zuletzt deshalb, weil wir im Verlauf des gesprächsintensiven Abstimmungs- und Genehmigungsverfahrens einen breiten Konsens mit allen wichtigen Akteuren gefunden haben. Das ist bei derartigen Projekten keine Selbst-verständlichkeit. Wesentlich dazu beigetragen hat die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, die uns schon früh politisch und auch finanziell unterstützt hat.“

Stadtraum neu organisiert
Ab 1. August 2019 werden die Kleine Johannisstraße und die Schauenburger Straße für drei Monate zur Fußgängerzone, die Parkplätze am Dornbusch zu einer Fläche für Kultur und zum Verweilen. Die offizielle Eröffnung findet am 8. August statt. Die Woche vom 1. bis zum 7. August dient der Umstellung und Einrichtung des Projektgebietes.
Fahrräder haben in der Fußgängerzone freie Fahrt und können in zusätzlichen Abstellanlagen geparkt werden. Der Lieferverkehr ist von 23 bis 11 Uhr frei, eigene Logistikzonen erleichtern die Anlieferung. Das Projektgebiet ist jetzt so zugeschnitten, dass alle Tiefgaragen jederzeit zugänglich sind. Voraussichtlich können wir zusätzliche Parkplätze für PKWs abends auf dem privaten Parkplatz am Brodschrangen anbieten.

Pilotprojekt zum Mitmachen
Die Fußgängerzone auf Zeit lädt ein zum Mitmachen und Mitgestalten. Wir haben das Projekt bewusst als Prozess angelegt: Alle Akteuren entwickeln und realisieren es, Besucherinnen und Besuchern, Akteuren im Quartier und der Innenstadt, aber auch Kreative und alle, die sich aktiv in dieses Projekt einbringen wollen.

Neue Perspektiven für die Innenstadt
Im Sommer/Herbst 2019 ist Altstadt für Alle! mit drei weiteren Projekten in der Altstadt aktiv:
- dem Stadtlabor Altstadt neudenken mit Kunstinstallationen und Stadtexpeditionen im Rahmen des Hamburger Architektursommers (www.altstadtneudenken.de),
- dem Programm Auf die Plätze der Hauptkirche St. Petri (www.sankt-petri.de) und
- dem Projekt Gröninger Hof zur Umwandlung des Parkhauses Katharinenkirche in ein innovatives und sozial orientiertes Wohn- und Arbeitshaus (www.groeninger_hof.de).

Allen Projekten gemeinsam ist das Ziel einer lebenswerten und sozial vielfältigen Innenstadt. Dieses Ziel repräsentiert auch das Projekt Katharinenweg (IG Katharinen.de). Diese kürzeste Verbindung zwischen Binnenalster/Rathausmarkt und Zollkanal/Elbe über die Kleine Johannisstraße, Brodschrangen, Zollenbrücke, Grimm und Katharinenkirchhof wird mit der Fußgängerzone im Rathausquartier jetzt für drei Monate bis zur Willy Brandt Straße fuß- und fahrradfreundlich erfahrbar.

Trend zum Innenstadtumbau
In vielen Großstädten Europas ist der Innenstadtumbau mit einer Neuorganisation der Ver-kehrsflächen schon seit Jahren Praxis (u.a. Oslo, Paris, Helsinki, London, Wien, Mailand). Auch deutsche Städte kommen in Bewegung: So planen aktuell München, Düsseldorf und Berlin Projekte, bei denen temporär Straßen umgenutzt werden. Mit der Fußgängerzone im Rathausquartier und dem Projekt Ottensen macht Platz, mit dem wir in regem Erfahrungsaustausch stehen, ist Hamburg vorn mit dabei. Der Bürgerdialog „Hamburg besser machen“ von ZEIT und Körberstiftung deutet auf weiteren Bedarf: Das Thema „Autofreie Innenstadt7Quartiere“ landete im Juni 2019 unter neun Schwerpunkten auf Platz zwei.

Rückfragen an
Florian Marten, Projektkommunikation „Altstadt für Alle!“
Mobil 0170 3428718
presse@altstadtfueralle.de

Initiative Altstadt für Alle!
Die Initiative wurde 2016 von der Bürgerinitiative „Hamburg entfesseln!“, der Evangelischen Akademie der Nordkirche und der Patriotischen Gesellschaft gegründet. Sie setzt sich ein für eine lebendige, lebenswerte und sozial vielfältige Stadt, die den Menschen mit seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellt.

Weitere Informationen unter www.altstadtfueralle.de

Kontakt

Britta Bachmann

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/
Fundraising

T 040 30709050-14

bachmann@patriotische-gesellschaft.de