Preisträger ist das Projekt „unartig.harburg“ des Kulturwohnzimmer e.V.

18. Holger-Cassens-Preis 2026
unartig.harburg
© Anna Clarks/ Kulturwohnzimmer e.V.

Der Holger-Cassens-Preis 2026 geht an das Projekt „unartig.harburg“ des Kulturwohnzimmer e.V. Preisstifter Holger Cassens überreicht den mit 15.000 Euro dotierten Preis am Dienstag, 10. November 2026, 18:00 Uhr, im Haus der Patriotischen Gesellschaft an den diesjährigen Preisträger. Das Grußwort spricht Michaela Peponis, Staatsrätin der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung.

unartig.harburg ist ein jährlich erscheinendes Magazin, das von und mit jungen Menschen aus Harburg und Süderelbe entwickelt wird. In einer offenen Redaktion entstehen in einem gemeinsamen Prozess Texte, Fotos, Illustrationen, Interviews, Statements und digitale Beiträge. Das Angebot ist kostenlos, freiwillig und setzt keine Vorkenntnisse voraus. Begleitet von Künstlerinnen und Künstlern, Redakteurinnen und Redakteuren sowie Ehrenamtlichen bietet das Projekt einen professionell unterstützten Raum kultureller Bildung außerhalb der Schule. Hier können junge Menschen eigene Themen entwickeln, recherchieren, schreiben, gestalten, diskutieren und veröffentlichen. Ihre Perspektiven, Interessen und Talente werden sichtbar und finden durch das Magazin eine öffentliche Plattform. Kooperationen mit Schulen, Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie weiteren lokalen Akteurinnen und Akteuren sorgen für eine starke Verankerung im Stadtteil. Das Magazin erscheint jährlich in einer Auflage von 3.000 Exemplaren.

Die erste Ausgabe von unartig.harburg wurde 2020/21 produziert, aktuell ist das siebte Heft in Planung. An der aktuellen Ausgabe „Widerstand“ wirkten im Projektjahr 2025/26 mehr als 50 junge Gestalterinnen und Gestalter, Autorinnen und Autoren sowie Fotografinnen und Fotografen aktiv mit. Insgesamt beteiligten sich fast 240 Menschen über Redaktion, Umfragen, Einreichungen und Veranstaltungen. https://kulturwohnzimmer.de/unartigharburg/

„Wir haben uns für unartig.harburg als Preisträger entschieden, weil es jungen Menschen die Möglichkeit gibt, sich auf eine künstlerische Art auszudrücken und mit ihren Stimmen sichtbar zu werden. Ausschlaggebend für unsere Entscheidung war dabei, dass die jungen Menschen selbst entscheiden können, wie sie Teil davon sein möchten. Das Projekt schafft einen offenen Raum, in dem unterschiedliche Interessen, Fähigkeiten und Ausdrucksformen Platz finden. Dadurch werden junge Menschen nicht nur beteiligt, sondern auch aktiv dazu ermutigt, eigene Ideen zu entwickeln und ihre Sichtweisen einzubringen. Das Projekt fördert Kreativität, Eigeninitiative und gesellschaftliche Teilhabe. Diese gelungene Verbindung hat uns bei der Auswahl überzeugt.“ Hanna Schweizer, Mitglied der Jury Holger-Cassens-Preis

„Mit unartig.harburg wollen wir jungen Menschen zeigen: Deine Perspektive zählt und es lohnt sich, dich einzubringen. Wir finden, Teilhabe braucht Möglichkeiten und Einladungen – aber auch Anerkennung für die unterschiedlichen Fähigkeiten und Perspektiven, die Menschen mitbringen. Der Holger-Cassens-Preis ist für uns deshalb mehr als eine Auszeichnung: Er setzt ein wichtiges Zeichen und ist eine wunderbare Wertschätzung für die vielen jungen Menschen, die unartig mit ihren Ideen und ihrer kreativen Arbeit mitgestalten.“ Marie Garbers, Projektleitung, Kulturwohnzimmer e.V.

Insgesamt haben sich in diesem Jahr 45 Projekte für den Holger-Cassens-Preis beworben. Neben dem Preisträgerprojekt „unartig.harburg“ wurden von der Jury vier weitere Projekte in die engere Wahl genommen: 

  • Filmprojekt „Ajde“, KAROLA - Internationaler Treffpunkt für Frauen & Mädchen e.V.
  • Gemeinsam Bildung gestalten – der Familienfreitag im Makerhafen, Makerhafen gGmbH
  • Jugendkonferenz für Jugendliche mit Behinderung, Leben mit Behinderung Hamburg Sozialeinrichtungen gGmbH
  • Turnplatz, Lüttville e.V.

Der Holger-Cassens-Preis wird seit 2009 jährlich von der Mara und Holger Cassens-Stiftung in Kooperation mit der Patriotischen Gesellschaft von 1765 verliehen. Ausgezeichnet werden innovative Kooperationsprojekte in Hamburg, die einen ganzheitlichen, an jungen Menschen und ihren Fähigkeiten und Lebenswelten orientierten Bildungsansatz vertreten und einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Inklusion leisten. Preiswürdig sind Projekte, die die Bildungs- und Kulturinteressen junger Menschen auch in Bezug auf ihre Familien, Milieus, pädagogische Einrichtungen, Vereine usw. berücksichtigen und sie zum Mittelpunkt ihrer Angebote machen. 

Bisherige Preisträger sind unter anderem die Bildungs- und Beratungskarawane Dulsberg (2011), der Circus ABRAX KADABRAX (2014), der TV Fischbek von 1921 e.V. (2017), „Yalla - Rein in die Stadt!“ der GWA St. Pauli e.V. (2019), „ex_kurs – eine außergewöhnliche Summer School“ des Zinnwerke e.V. (2021), Integrative Stadtteilarbeit in Groß Borstel von Ossara e.V. (2022), MITmacher der MITmacher gUG (2023), die Theaterberater:innen des Fundus Theaters (2024) und „Bauen mit Lehm für Groß und Klein“ von Bunte Kuh e.V.