Die Kinderstadt Hamburg ist mit viel Begeisterung und hoher Beteiligung gestartet. Bereits am ersten Veranstaltungstag (13. Juli) nutzten rund 500 Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 15 Jahren das Angebot auf dem Baakenhöft in der HafenCity.
Die große Resonanz zeigt, dass kostenfreie Ferienangebote für Kinder und Jugendliche auf großes Interesse stoßen und einen wichtigen Bedarf decken. Die Kinderstadt Hamburg bestätigt damit die Bedeutung niedrigschwelliger und qualitätsvoller Freizeit- und Bildungsangebote, die allen Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten offenstehen. Realisiert werden kann die Kinderstadt Hamburg dank großzügiger Förderungen und privater Spenden.
In der Kinderstadt gestalten die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen ihre eigene Stadt, die ausschließlich ihnen vorbehalten ist: Sie planen, bauen, arbeiten, entwickeln Regeln für das Zusammenleben, treffen Entscheidungen und übernehmen Verantwortung. Dabei erleben sie spielerisch, wie Gemeinschaft, Selbstbestimmung und demokratische Prozesse funktionieren. Die Kinderstadt läuft noch bis zum 24. Juli 2026, montags bis freitags, 9:00 bis 15:00 Uhr. Das Angebot ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung ist für einzelne Kinder nicht erforderlich.
Lernen, gestalten, mitbestimmen: Die Kinderstadt bietet über 30 spannende Spielbereiche
Die Spielbereiche der Kinderstadt orientieren sich am Leben in einer echten Stadt. Durch ihr Zusammenspiel entsteht eine lebendige Gemeinschaft mit Politik, Kultur, Wissenschaft, Produktion und öffentlichem Leben. Auf dem Kinderstadt-Gelände können Kinder und Jugendliche aus über 30 verschiedenen Spielbereichen wählen, die sie gemeinsam mit Expertinnen und Experten entdecken und ausprobieren können. Ein fester Bestandteil ist auch in diesem Jahr die tägliche Stadtversammlung. Hier sind alle Kinder eingeladen, mitzubestimmen, sich einzubringen und wichtige Themen der Kinderstadt gemeinsam zu diskutieren und zu entscheiden.
Feste feiern in der Kinderstadt
Bei der letzten Kinderstadt 2024 haben die Kinder den Schwerpunkt für die darauffolgende Kinderstadt festgelegt: "Feste feiern". Die Gestaltung des Geländes des Baakenhöfts knüpft daran an und lässt durch kleinteilige Bauten eine Struktur entstehen, die an ein großes Straßenfest erinnert. Außerdem endet jede Woche mit einem großen gemeinsamen Stadtfest.
Nachhaltigkeit in der Kinderstadt
Bei der Gestaltung des Geländes sowie der Ausstattung der Spielbereiche legt die Kinderstadt Hamburg besonderen Wert auf einen nachhaltigen Umgang mit Materialien. Seit 2024 besteht deshalb eine Kooperation mit dem Verein Schrott bewahre e.V. Durch diese Zusammenarbeit können viele Gegenstände und Materialien verbaut werden, die über die letzten Monate vor der "Verschrottung" gerettet wurden. Alle anderen Materialien und Aufbauten werden aus Projekten und Institutionen der Stadt ausgeliehen. So kann die Kinderstadt auf Neuanschaffungen verzichten.
Die Kinderstadt Hamburg ist das größte demokratiepädagogische Ferienprogramm in Hamburg. Sie wurde 2021 von der Patriotischen Gesellschaft von 1765 initiiert und wird seit 2024 in Kooperation mit dem Bildungszentrum und Träger für Kinder- und Jugendarbeit dock europe e.V. veranstaltet. Die künstlerische Umsetzung des Geländes konzipiert und realisiert Lisa Marie Zander (projektbüro) gemeinsam mit Marius Mandery (Schrott bewahre e.V.). Die Schirmherrschaft für die Kinderstadt 2026 haben – wie bereits in den Jahren 2022 und 2024 – Christl und Michael Otto übernommen.
Das Projekt wird durch großzügige Förderzusagen ermöglicht:
Förderpartner: Christl und Michael Otto, Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung, HafenCity Hamburg GmbH
Förderer*: Hilke und Rudolf Mönig Stiftung, Dr. Dorothea-Wilhelm-Stiftung, Mara und Holger Cassens-Stiftung, Reinhard Frank-Stiftung, PwC-Stiftung, J.J. Ganzer Stiftung, Early Birds – Stiftung für Kinder, Adalbert Zajadacz Stiftung, Anny-Böhme-Gedächtnis-Stiftung, Deutsches Kinderhilfswerk, Hubertus Wald-Stiftung, Stiftung Kinderjahre, Behörde für Justiz und Verbraucherschutz Hamburg, Gebr. Heinemann SE & Co. KG.
*Stand Juli 2026
Statements
Dr. Dirk Bange, Leiter des Amtes für Familie der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung: "Wenn Kinder ihre eigene Stadt gestalten, entstehen nicht nur kreative Projekte, sondern auch wertvolle Erfahrungen für das Leben. Die Kinderstadt zeigt eindrucksvoll, wie Mitbestimmung, Zusammenhalt und Eigenverantwortung wachsen können, wenn jungen Menschen Vertrauen und Gestaltungsspielraum gegeben werden. Wir freuen uns, dieses besondere Projekt anteilig zu fördern und damit einen Beitrag leisten zu können, dass Kinder ihre Ideen verwirklichen und demokratische Werte ganz praktisch erleben. Solche Initiativen stärken nicht nur die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sondern auch das Miteinander in unserer Gesellschaft."
Dr. Andreas Kleinau, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH: "Die Kinderstadt und die HafenCity verbindet eine gemeinsame Geschichte. Beide stehen für das Ausprobieren, für neue Ideen und für den Mut, Stadt gemeinsam zu denken. Das Interesse und das Verständnis für diese Prozesse gerade bei den jüngsten Hamburgerinnen und Hamburgern zu wecken, liegt uns besonders am Herzen. Daher unterstützen wir solche Angebote sehr gerne, wie zum Beispiel die Angebote des jungen Architekturzentrums URBANEO. Um das für die teilnehmenden Kinder offene und kostenfreie Angebot der Kinderstadt 2026 zu ermöglichen, stellen wir das Baakenhöft gern zur Verfügung. Wir wünschen den Anbieter:innen rege Nachfrage und sind gespannt auf die Umsetzung."
Hella Schwemer-Martienßen, 2. Vorsitzende der Patriotischen Gesellschaft von 1765: "Die hohe Nachfrage zeigt eindrucksvoll, dass kostenfreie Angebote ohne vorherige Anmeldung Kinder und Jugendliche erreichen und begeistern. Die Kinderstadt bietet ihnen einen Raum, in dem sie ihre Ideen einbringen, Verantwortung übernehmen und demokratische Beteiligung aktiv erleben können."
Lisa Marie Zander (projektbüro), Künstlerische Leiterin der Kinderstadt Hamburg: "In diesem Jahr haben wir den Schwerpunkt 'Feste feiern' für die Umsetzung von den Kindern der letzten Kinderstadt als Auftrag bekommen. Auch wenn es uns als Team immer wieder überrascht und vor Herausforderungen stellt, welche Aufgabe die Kinder uns stellen, scheint es am Ende nur folgerichtig, die Kinderstadt in ihrer Existenz zum vierten Mal zu feiern. Bereits in der Französischen Revolution war das gemeinsame Feiern von Festen ein fester Bestandteil eines demokratischen Miteinanders. Ich freue mich auf zwei Wochen Fest und bin gespannt, welches Thema wir in den nächsten Jahren bearbeiten werden."
Suna J. Voß (dock europe e.V.), Pädagogische Leiterin der Kinderstadt Hamburg: "In der Kinderstadt Hamburg vereinen wir Ferienspaß mit Demokratie für die Jüngsten. Hier können Kinder ihre eigene Stadt bauen, die Regeln selbst gestalten, Freund*innen finden und ganz viel Neues ausprobieren. Wir wollen Kinder und Jugendliche ermutigen, mitzubestimmen und Gesellschaft neu zu denken. Die Kinder machen ihre Stadt selbst - ob beim Waffelbacken, Graffiti sprayen, Theaterspielen oder Entscheidungen auf der Stadtversammlung treffen. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit!"
Aktuelle Informationen zur Kinderstadt Hamburg: kinderstadt.hamburg